Kontaktanzeigen als Sucht?
In Kontaktanzeigen geht es darum einen Partner für bestimmte Gelegenheiten oder sogar das ganze Leben zu finden. Eigentlich eine positive Sache, doch leider gibt es auch Menschen, für die diese Suche über Kontaktanzeigen negative Auswirkungen hat: Sie werden süchtig nach der Kontaktaufnahme übers Internet. So seltsam es auch klingt, dieses Suchtpotential der Kontaktanzeigen ist nicht zu unterschätzen und sollte unbedingt ernst genommen werden!
Gerade wer in grossen Communities und Foren seine Kontaktanzeigen aufgibt, erhält viel Resonanz. Und um noch mehr Mails und Nachrichten auf Kontaktanzeigen zu bekommen, nimmt man aktiv am Geschehen der Community teil. Man versucht sich mit seiner eigenen Meinung einzubringen, hält sich vermehrt in dazugehörigen Chats auf und stöbert stundenlang durch die Kontaktanzeigen anderer Mitglieder auf der Suche nach potentiellen Partnern.
Das hört sich alles noch ganz gut an, schliesslich will man ja aktiv mit Kontaktanzeigen etwas dafür tun sein Single-Dasein zu beenden oder endlich den schon lange herbei gesehnten Seitensprung zu finden. Doch was man dabei ganz vergisst ist die Zeit, die man dort vor dem Computer mit Kontaktanzeigen verbringt.
Gerade Singles, die häufig unter der Einsamkeit leiden, verlieren sich durch Kontaktanzeigen in der virtuellen Welt. Sie fühlen sich in der Gemeinschaft gut aufgehoben, verbringen ihre Freizeit mit Chat- und Mail-Freunden und haben so das Gefühl nicht wirklich allein zu sein. Doch anstatt mit den Kontaktanzeigen das reale Leben zu verändern und zu bereichern, vergessen einige das Leben um sich herum – tauchen total in die virtuelle Welt der Kontaktanzeigen ein.
Dieses Verhalten ist in einer Internet-Sucht begründet. Schon lange warnen Experten vor dem Sucht-Potential des Internets, doch wer nicht selbst betroffen ist bzw. diese Krankheit nicht erkennt, der lacht über solche Aussagen.
Normalerweise würden täglich 1-2 Stunden reichen, um mit potentiellen Partnern, die man über Kontaktanzeigen kennen gelernt hat, in Kontakt zu bleiben. Und auch neue Bekanntschaften durch Kontaktanzeigen können in dieser Zeit gemacht werden. Doch leider passiert es häufig, dass 6 oder mehr Stunden dazu aufgewendet werden. Dann ist man schon stark gefährdet und sollte sein Internet- und Kontaktanzeigen-Verhalten überdenken.
Auch wenn es noch so verlockend ist immer wieder neue Leute über Kontaktanzeigen kennen zu lernen: Man darf nie aus den Augen verlieren, dass man mit Kontaktanzeigen jemanden für die Realität sucht. Zwar muss nicht gleich nach der ersten Mail ein Treffen vereinbart werden, aber man sollte sich ein Ziel festlegen, denn ein endloser Mailverkehr sorgt nicht dafür, dass man morgens nicht mehr alleine aufwacht.
Und wer immer wieder Kontaktanzeigen aufgibt in der Hoffnung, es könnte sich ja ein noch idealerer Partner finden als der, mit dem man vielleicht letzte Woche ein Date hatte, ist wirklich stark gefährdet. Diese Menschen sind auch meist nicht mehr fähig Gefühle für jemanden in der Realität zu entwickeln. Schliesslich vermuten sie ja in der Online-Welt noch immer ihren Traumpartner über Kontaktanzeigen finden zu können. Und sie sehen es einfach nicht, wenn er schon längst vor ihnen steht.
Erst wenn Freunde und Familie so vernachlässigt wurden, dass sie sich von den betreffenden Leuten abwenden, wachen diese teilweise auf und beginnen zu verstehen, wie das Internet und die Kontaktanzeigen die Kontrolle über ihr Leben ergriffen haben.
Partnersuche!
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