Susanne, die endlich Freunde findet

Annette, die eine neue Orientierung genommen hat

War sie enttäuscht worden? Wer hat ihr etwas angetan? Wie konnte das passieren?

So oder so ähnlich lauteten die Kommentare als Annette im letzten November stolz das Ergebnis ihrer Online Suche unter Kontaktanzeigen vorstellte.
Das Ergebnis war 1,77 Meter gross, perfekt proportioniert, modisch gekleidet und hat eine rote Lockenmähne. Es hiess Ina.

Ina?

Hatte Annette in der Partnerbörse unter dem falschen Geschlecht geklickt? Vielleicht ein Versehen? Denn Inas Vorgänger hiessen Martin und Tom.

Annette grinst und sagt, sie habe schön öfters in Kontaktanzeigen gesurft. Ihre Beziehung mit Tom nahm dort ihren Ursprung. Womit sie noch ein Geheimnis verraten hat. Erfahren mit dem Online Dating war sie also. Annette fand die Anzeigen der Männer einfach nicht mehr ansprechend. Die Fotos mochte ich schon meistens nicht, sagt sie. Dabei störte sie sich nicht an der falschen Haarfarbe, sondern an der gesamten fotografischen Selbstpräsentation. Und dann erst die Ansprüche?
Was die neue Partnerin alles sein soll! Die grössten Hassphrasen sind „Jeans und Abendkleid“ oder „Opernball und Pferdestehlen.“ Annette hatte genug von Typen, die eine weibliche eierlegende Wollmilchsau suchen. Sie überlegte, ob Kontaktanzeigen nicht grundsätzlich für sie das falsche Medium sind, klickte aber aus Neugier durch die „Frau sucht Frau“ Rubrik.

Der Ton war anders, die Aussagen realistischer und die Wünsche weniger gleichförmig. Annette blieb an Bild und Beschreibung von Ina hängen. Sie war interessiert, aber irgendwie auch verunsichert, schrieb ihr dann aber doch.

Ina antwortete erst nach einer Woche. Das Geschlecht war kein Thema des Mailwechsels. Wie eine gute Freundin kam es Annette zuerst vor. Ina war zurückhaltend, stellte keine indiskreten Fragen und schlug ein Treffen vor. Ein neutraler Ort, keine einschlägige Location. Damit hätte Annette am Anfang auch Schwierigkeiten gehabt. Und dann war sie nur noch überrascht.

Eine tolle Frau hatte sie da kennen gelernt. Die Gesprächsthemen gingen den beiden am ersten Abend nicht aus. „Mehr Erotik im kleinen Finger, als Deine Ex-Freunde zusammen“, meinte ihre kleine Schwester, die stolz auf das selbstbewusste Auftreten der beiden war. Annette fand das schon länger.
Ok, das Outing oder mit anderen Worten das Vorstellen bei Familie und Freuden war schon ungewohnt. Aber jetzt nimmt keiner mehr wahr, dass es Ina und nicht Ingo ist.

Ohne Kontaktanzeigen wären die beiden nie zusammengekommen, denn die Berührungsängste sind auf direktem Weg einfach zu gross. Ob Annette eine Empfehlung hat? Hat sie.

Spezielle gleichgeschlechtliche Börsen sind für Kontaktanzeigen-Insider. Wer sich einfach mal neu orientieren will, ist in den Partnerbörsen mit speziellen Rubriken besser aufgehoben.

 
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